„Die Tunesier sprechen von uns als ‚Afrikanern‘, aber Afrika ist kein einzelnes Land, es ist ein Kontinent.“

DATUM

Yao* verließ die Elfenbeinküste mit seiner Freundin Josephine*, weil sie gegen ihren Willen mit einem anderen Mann verheiratet werden sollte. Als sie von diesem Mann bedroht wurden, beschlossen sie nach Tunesien zu fliehen. Dort brauchten sie kein Visum. Anfangs konnten sie arbeiten, aber im Laufe der Zeit machten es ihnen der zunehmende Rassismus unmöglich, Arbeit oder eine Wohnung zu finden. Yao und Josephine* erwarten in zwei Monaten ihr erstes Kind. 

„Ein Tunesier wurde von einer Schwarzen Person getötet. Aber muss man alle Menschen mit der gleichen Hautfarbe in einen Topf werfen, nur weil jemand einen Fehler gemacht hat?
An der Elfenbeinküste leben viele Libanesen, Algerier, Tunesier. Müssen wir sie vertreiben, nur weil einer von ihnen etwas Schlechtes getan hat? Die Tunesier sprechen von uns als ‚Afrikanern‘, aber Afrika ist kein einzelnes Land, es ist ein Kontinent. Wir sind alle verschieden. Und sie sind ebenfalls Afrikaner.“

Nachdem er von vielen Menschen gehört hatte, die aufgrund ihrer Hautfarbe verhaftet und verfolgt wurden, beschlossen sie, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als ein Boot zu nehmen und zu hoffen, dass sie es nach Europa schaffen würden. 

* Der Name wurde geändert, um die Identität der Überlebenden zu schützen. 

 

Fotocredits: Alisha Vaya / SOSMEDITERRANEE

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